Geschichte

Ihre Feuerwehr / Geschichte
Bildquelle: www.gernot-riecker.de

Im Jahre 1850 wurde die Bürgerwehr in Schorndorf aufgelöst. Sie war eine Vorläuferin unserer heutigen Feuerwehr. Durch diese Auflösung entstand ein unhaltbarer Zustand. Doch am 4. Februar 1851 machten einige Männer eine Eingabe an die bürgerlichen Kollegien, mit dem Zweck, eine freiwillige Feuerwehr zu gründen. Mit warmen, anerkennenden Worten äußerte sich der Gemeinderat über die Zweckmäßigkeit dieses Vorhabens und nahm sich der Sache sofort mit Rat und Tat an.

Am 1. Januar 1852 waren die Vorarbeiten zur Gründung einer freiwilligen Feuerwehr erledigt und die Gründung vollzogen. Dieser 1. Januar 1852 ist der Geburtstag der Schorndorfer Freiwilligen Feuerwehr. Im gleichen Jahre kam eine gedruckte Exerziervorschrift für die freiwillige Feuerwehr Schorndorf heraus, die mit dem alten Feuerwehrspruch beginnt:

Dem Freund zum Schutz
Dem Feind zum Trutz
Dem Land zur Wehr
Dem Fürst zur Ehr
Das ist der Spruch der Feuerwehr
Beginn der Exerziervorschrift, 1852

Die erste württembergische und zugleich deutsche Feuerwehrversammlung fand am 10. Juli 1853 in Plochingen statt. Vertreten waren: Ellwangen, Eßlingen, Göppingen, Heilbronn, Kirchheim u. T., Reutlingen, Schorndorf, Stuttgart, Tübingen und Ulm, also 10 württembergische Feuerwehren.

Im Oktober 1854 trat eine Änderung in den Feuerwehrstatuten ein, so dass die seitherige Freiwillige Feuerwehr teilweise in eine Pflichtfeuerwehr umgewandelt wurde, zu der sämtliche männliche Einwohner vom 18. bis 60. Lebensjahr verpflichtet wurden. Die Genehmigung zog sich wegen verschiedenen Änderungen längere Zeit hin und erfolgte im August 1855 durch die Kreisregierung.

Der Feuerwehrgedanke hat sich nun allerorts durchgesetzt. Alle Nachbargemeinden hatten ihre Feuerwehren. Durch Verträge verpflichteten sich die Wehren gegenseitig, in Brandfällen einander Hilfe zu leisten. Zum Zwecke der Übung wurde im Jahre 1868 der erste Steigerturm mit einem Kostenaufwand von 713 Gulden erstellt. In dieser Zeit baute Schorndorf Spritzen und Wagen um, um Geräte und Mannschaften befördern zu können. Wie angebracht alle diese Maßnahmen waren sieht man an der erschreckend großen Zahl der Brände, die zu dieser Zeit immer wieder ausbrachen.

Durch die ständige Weiterentwicklung des Feuerlöschwesens und die bedeutenden Verbesserungen der Löschgeräte wurde die Wehr 1907 verkleinert.

Im Jahre 1910 wurde eine Feuerwehrkapelle gegründet.

Bereits während des Ersten Weltkrieges wurden die Vorbereitungen zur Gründung einer Weckerlinie getroffen. Im Jahre 1917 ist dann eine Feuermelde- und Alarmanlage eingerichtet worden. 1919 wurde die Gründung der Weckerlinie vollzogen. Dadurch war ein sehnlicher Wunsch der Feuerwehr erfüllt, der ihre Schlagfertigkeit außerordentlich steigerte. 1921 konnte eine große Magirus-Drehleiter mit Kohlesäurebetrieb In Dienst gestellt werden. Sie steht heute im Winnender Feuerwehrmuseum.

Am 28. Mai 1927 wurde das 75jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr festlich begangen.

1925 wurde auf Betreiben von Kommandant Abele und M. Arnold von der Amtskörperschaft mit Unterstützung der Industrie eine 2000 ltr. Magirus-Großmotorspritze beschafft. Das Löschlokal war vorläufig das Erdgeschoss des Rathauses. Es wurde ein Löschzug mit Verwendung der bereits vorhandenen Weckerlinie aufgestellt.

1933 wurde die Feuerwehr "gleichgeschaltet". Kommandant Abele hat zusammen mit seinem Stellvertreter Arnold politische Einflüsse weitgehendst ferngehalten und größte Sorgfalt wurde auf die Pflege der Kameradschaft verwendet.

Etwa 1934 wurde die Wehr in eine Feuerlöschpolizei umgewandelt, die Führer wurden Hilfspolizeibeamte. Die Fahrzeuge verloren ihre rote Farbe und wurden polizeigrün. Das Erkennungslicht wurde von rot auf blau gestellt.

In den Kriegsjahren rückte die Feuerwehr bei 526 Vollalarmen aus. Die Freiwillige Feuerwehr hat in den Kriegseinsätzen bewiesen, wie schlagkräftig, schnell und umsichtig sie ist.

1950 wurde das Tanklöschfahrzeug TLF 15 gekauft, das heute im Besitz der Oldtimerfreunde der Freiwilligen Feuerwehr Schorndorf ist.

1962 wurde die jetzige Feuerwache bezogen, da die seitherige Unterbringung im alten Feuerwehrmagazin im Rathaus nicht mehr genügte. In das neu erstellte Gerätehaus wurde auch die zentrale Schlauchpflegewerkstatt für den Kreis Waiblingen eingerichtet. 1968 wurde an das Gerätehaus ein Schlauchtrockenturm angebaut. 1976 war eine Erweiterung dringend notwendig geworden. Da das im Norden (Richtung Güterbahnhof) angrenzende Gebäude zum Verkauf angeboten wurde und dies zur Erweiterung sehr günstig war, wurde es von der Stadt erworben.